Einzelcoaching, digitale Grundlagen, Sprache und Bewerbungsworkshops…

Mit unserem Modellprojekt digicom.work unterstützen wir Menschen mit Fluchterfahrung umfassend beim Berufseinstieg.

Grundlage für das Konzept sind unsere Erfahrungen aus der bisherigen Arbeit mit Geflüchteten und einschlägige Studienergebnisse zur Digitalkompetenz Geflüchteter. Coaching, Lernen und Training sind eng miteinander verzahnt und aufeinander abgestimmt.

Die Teilnahmedauer beträgt sechs Monate, wobei das Einzelcoaching auf bis zu 12 Monate verlängert werden kann, um den Übergang in Beschäftigung oder Qualifizierung abzusichern. Aufhänger und damit Motivator für eine kontinuierliche Teilnahme am Projekt sind die beruflichen Ziele der Coachees. Mehr zum Konzept…

Ergebnisse nach dem ersten Durchlauf

Mit Stand Novmber 2019 ist der erste Projektdurchlauf fast beendet.

Was haben wir erreicht?

→ Mit allen 10 Teilnehmenden haben wir im Coaching passende und erreichbare berufliche Ziele erarbeitet, vom Controller bis zum Glaser.

→ 7 von ihnen konnten wir ein großes Stück auf ihrem Weg zum Ziel begleiten und vermitteln: in Ausbildung, Job, (Nach-)qualifizierung und Studienvorbereitung.

→ Die Lernwerkstatt Digital Skills wurde sehr geschätzt und hat einen großen Teil zum Erfolg beigetragen.

Wie geht es weiter?

Wir sind weiterhin für alle „unsere“ Coachees da, auch weil gerade die Übergänge oft besonders heikel sind.
Die, die noch nicht den nächsten Schritt geschafft haben, können wir weiter intensiv begleiten.

Zweiter Durchlauf

Im November konnte der zweite Durchlauf von digicom.work starten. 8 Coachees aus 7 verschiedenen Ländern sind diesmal dabei, aus Gambia, Iran, Eriträa, Pakistan, Russland, Syrien und aus der Ukraine. Wir freuen uns auf sechs gemeinsame Monate und sind gespannt was wir erreichen können.

Ab Februar 2020 können wir wieder Interessent*innen aufnehmen, die motiviert sind beruflich Fuss zu fassen und ausreichend Deutsch sprechen/verstehen (ab B1/ gutes A2.2).

Mehr Informationen zum Projekt-Konzept:

Lernwerkstatt Digital Skills

Die Lernwerkstatt vermittelt grundlegende Fähigkeiten, Hard- und Software zu bedienen, Informationsbedürfnisse zu decken und selbstbestimmt Entscheidungen in der beruflichen Integration zu treffen. Sie ist eigens auf Geflüchtete zugeschnitten und besteht aus vier aufeinander aufbauenden Bereichen mit Bezug zur Arbeitsmarktintegration: digitale Grundagen, digitale Tools zu Berufsorientierung und Bewerben, Recherche- und Quellenkompetenz sowie Datenschutz und Sicherheit.

Jeder Lernbereich endet mit einem individuellen Abschlussprojekt, orientiert an den jeweiligen Interessen und gewünschten Karrierewegen (bspw. Erstellung einer personalisierten Lebenslaufvorlage, Profil in beruflichem Social-Media-Netzwerk).
Die Lernwerkstatt wird in einfacher Sprache stattfinden. Für jedes Modul werden Vokabellisten erstellt, die den Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt werden.
Das Konzept basiert auf den Studienergebnissen zur Digitalkompetenz Geflüchteter unserer Kooperations-Partnerinnen Dr. Violeta Trkulja und Dr. Juliane Stiller (Informationswissenschaftlerinnen, Humboldt-Universität Berlin), die die Lernwerkstatt selbst durchführen und fortlaufend evaluieren.

Einzelcoaching

In regelmäßigen Gesprächen ermitteln wir die Berufserfahrungen, Kompetenzen und Interessen der Coachees und erarbeiten gemeinsam passende berufliche Optionen.
Wir unterstützen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, bei Anträgen zur Zeugnisanerkennung und bei der Kontaktaufnahme zu Arbeitgebern, Bildungsträgern, Beratungsstellen, Jobcenter u.a. Unserer Erfahrung nach ist es besonders zielführend, dort vereinbarte Termine gemeinsam wahrzunehmen.

Bewerbungswerkstatt

In interaktiven Workshops werden Kenntnisse und Fähigkeiten zu den Themen Arbeiten in Deutschland, Jobrecherche, Vorstellungsgespräche und Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Freizeit vermittelt. Der Zeitpunkt der Trainingsinhalte orientiert sich am aktuellen Bedarf der Coachees.

Sprachwerkstatt berufsbezogenes Deutsch

Das wöchentliche, von einer DaF-Fachkraft angeleitete Sprachtraining gibt den Teilnehmenden Gelegenheit, in kleiner Gruppe möglichst viel selbst zu sprechen und ihre Lese- und Schreibkompetenz zu verbessern. Der inhaltliche Focus ist gerichtet auf Beruf, Arbeitsmarkt und Bewerben.
Die Teilnehmenden sollen das Angebot auch dafür nutzen, sich berufsspezifisches Vokabular anzueignen und am Ende in der Lage sein, eine digital unterstützte, einfache Kurzpräsentation mit Berufsbezug zu halten.
Ergänzend zur digitalen Recherchekompetenz werden analoge Recherchetechniken vermittelt und trainiert, dazu sind Bibliotheksbesuche vorgesehen.

Mehrstufige Vermittlung in Beschäftigung, Ausbildung oder Qualifizierung

Je nach beruflichem Ziel und individueller Situation ergeben sich verschiedene Vermittlungsoptionen, die auch aufeinander folgen können, bspw. → Ehrenamt → Qualifizierung → Job. Dazu nutzen wir alle Beschäftigungsformen und Bildungsoptionen.

Praktikum, Minijob oder Ehrenamt in einem lokalen, kleinen Betrieb sind oftmals besonders effektive Möglichkeiten für Berufseinstieg und soziale Integration. Die weitere Sensibilisierung und Gewinnung von lokalen Betrieben als Praktikums- und Arbeitgeber im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist deshalb Teil des Konzepts.

Teilnahme und Laufzeit

Die Teilnahme am Projekt ist unabhängig von Aufenthaltsstatus und Bleibeperspektive, jedoch ist ein kommunikationssicheres Sprachniveau notwendig (in der Regel B1) . Innerhalb von drei Jahren sind sechs Durchgänge mit jeweils zehn Teilnehmer*innen vorgesehen, sodass insgesamt 60 Geflüchtete von dem Angebot profitieren. Projektlaufzeit ist vom 1.3.2019 bis 28.2.2022.

Das Projekt digicom.work wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales im Rahmen der Bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit.