Berufliches Coaching, digitale Kompetenz- und Bewerbungstrainings

Mit unserem Modellprojekt digicom.work unterstützen wir Menschen mit Fluchterfahrung umfassend und nachhaltig bei ihrem Berufseinstieg.

Die Teilnahmedauer beträgt sechs Monate, wobei das Einzelcoaching auf bis zu 18 Monate verlängert werden kann, da oftmals der Übergang in eine neue berufliche Situation besonders herausfordernd sein kann.

Teilnahmevoraussetzungen

Alle Coachees nehmen aus eigener Motivation am Projekt teil, es ist kein Jobcentergutschein notwendig. Die Teilnahme am Projekt ist unabhängig vom Aufenthaltsstatus möglich, jedoch ist ein kommunikationssicheres Deutsch-Sprachniveau notwendig (in der Regel B1).

Ergebnisse

Seit Projektstart im März 2019 haben wir 19 Coachees unterstützt, elf Teilnehmende konnten bereits im neuen Job starten oder ein Studium, die passende Ausbildung oder Qualifizierung beginnen. Die beruflichen Ziele sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst: vom Controller bis zum Glaser sind alle möglichen Berufe dabei.

Freie Plätze & #Corona

Ab Juli 2020 können wir wieder Interessent*innen aufnehmen, die motiviert sind beruflich Fuss zu fassen.

Infolge der Corona-Pandemie stellen wir das Projektkonzept derzeit um, sodass Coachings und Lernen überwiegend online stattfinden können. Für die Projektteilnahme stellen wir bei Bedarf einen Laptop mit Internetzugang zur Verfügung.


Mehr Informationen zum Projekt-Konzept

Grundlage für das Konzept sind unsere Erfahrungen aus der bisherigen Arbeit mit Geflüchteten und einschlägige Studienergebnisse zur Digitalkompetenz Geflüchteter.

Coaching und Training sind aufeinander abgestimmt mit dem Ziel, den beruflichen Integrationsprozess bestmöglich zu unterstützen. Aufhänger und damit Motivator für eine kontinuierliche Teilnahme am Projekt sind die beruflichen Ziele der Coachees.

Lernwerkstatt Digital Skills

Die Lernwerkstatt vermittelt grundlegende Fähigkeiten, Hard- und Software zu bedienen, Informationsbedürfnisse zu decken und selbstbestimmt Entscheidungen in der beruflichen Integration zu treffen. Sie ist eigens auf Geflüchtete zugeschnitten und besteht aus vier aufeinander aufbauenden Bereichen mit Bezug zur Arbeitsmarktintegration: digitale Grundagen, digitale Tools zu Berufsorientierung und Bewerben, Recherche- und Quellenkompetenz sowie Datenschutz und Sicherheit.

Jeder Lernbereich endet mit einem individuellen Abschlussprojekt, orientiert an den jeweiligen Interessen und gewünschten Karrierewegen (bspw. Erstellung einer personalisierten Lebenslaufvorlage, Profil in beruflichem Social-Media-Netzwerk).
Die Lernwerkstatt wird in einfacher Sprache stattfinden. Für jedes Modul werden Vokabellisten erstellt, die den Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt werden.
Das Konzept basiert auf den Studienergebnissen zur Digitalkompetenz Geflüchteter unserer Kooperations-Partnerinnen Dr. Violeta Trkulja und Dr. Juliane Stiller (Informationswissenschaftlerinnen, Humboldt-Universität Berlin), die die Lernwerkstatt selbst durchführen und fortlaufend evaluieren.

Berufliches Coaching

In regelmäßigen Gesprächen ermitteln wir die Berufserfahrungen, Kompetenzen und Interessen der Coachees und erarbeiten gemeinsam passende berufliche Optionen.
Wir unterstützen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, bei Anträgen zur Zeugnisanerkennung und bei der Kontaktaufnahme zu Arbeitgebern, Bildungsträgern, Beratungsstellen, Jobcenter u.a. Unserer Erfahrung nach ist es besonders zielführend, dort vereinbarte Termine gemeinsam wahrzunehmen.

Bewerbungswerkstatt

In interaktiven Workshops werden Kenntnisse und Fähigkeiten zu den Themen Arbeiten in Deutschland, Jobrecherche, Vorstellungsgespräche und Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Freizeit vermittelt. Der Zeitpunkt der Trainingsinhalte orientiert sich am aktuellen Bedarf der Coachees.

Mehrstufige Vermittlung in Beschäftigung, Ausbildung oder Qualifizierung

Je nach beruflichem Ziel und individueller Situation ergeben sich verschiedene Vermittlungsoptionen, die auch aufeinander folgen können, bspw. → Ehrenamt → Qualifizierung → Job. Dazu nutzen wir alle Beschäftigungsformen und Bildungsoptionen.

Praktikum, Minijob oder Ehrenamt in einem lokalen Betrieb sind oftmals besonders effektive Möglichkeiten für Berufseinstieg und soziale Integration. Die weitere Sensibilisierung und Gewinnung von lokalen Betrieben als Praktikums- und Arbeitgeber im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist deshalb Teil des Konzepts.


Das Projekt digicom.work wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales im Rahmen der Bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit und aus Mitteln des bezirklichen Integrationsfonds des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Der Integrationsfonds ist eine Maßnahme des Gesamtkonzepts zur Integration und Partizipation Geflüchteter des Senats von Berlin.